Rügen
Bergen und Umgebung
Bergen ist das Zentrum Rügens. Nomen est omen: Die Kreisstadt liegt auf einer Anhöhe und ist damit ein idealer Ausgangspunkt für die Erkundung der Insel. Bergens gemauerte Kirche aus dem 13. Jahrhundert ist das älteste Gotteshaus auf Rügen. Gleich nebenan befindet sich ein kleiner Klosterhof mit einem interessanten Stadtmuseum. Vom gemütlichen Marktplatz in Bergen, ist es nur ein kurzer Weg über den Ringwall zum Ernst-Moritz-Arndt-Turm, von dem man einen herrlichen Panoramablick über weite Teile Rügens hat. Unweit von Bergen, in Ralswiek, finden alljährlich die Störtebeker-Festspiele statt. Sehenswert ist hier auch das – den Loireschlössern nachempfundene – Neorenaissanceschloss, heute ein Altersheim. An der Ostküste der Region Bergen liegt das klassizistische Putbus, Veranstaltungsort des Putbus-Festivals. Der Park und die Umgebung sind übrigens ein Geheimtipp für Wanderer; man kann von dort in Teile der Insel laufen, die selbst in der Sommer-Saison menschenverlassen und zum Teil sehr einsam sind. Ein besonders schöner und abwechslungsreicher Weg führt etwa zu den Banzelvitzer Bergen, durch Waldlichtungen, über Felder, an einer Schlucht vorbei zum Deichweg bei Moisselbritz und nach Rappin. Bei trockenem Wetter kann man über einen samtigen Moorweg zurück wandern. Da die Moorgebiete nicht ganz ungefährlich sind, sollte man sich dabei unbedingt an die Wegmarkierung halten. (dk/oe)
Familienurlaub
Durch sein mildes Klima, die abwechslungsreiche Landschaft und die vielen Attraktionen ist die Insel Rügen auch für einen Familienurlaub interessant. Kinder kommen also bei einem Urlaub auf Rügen voll auf ihre Kosten, denn nicht zuletzt wegen ihrer traumhaften Strände ist die Insel ein wahres Kinder-Paradies. Für große und natürlich vor allem für kleine Kinder ist eine Fahrt mit der Inselbahn "Der Rasende Roland" ein Muss. Und natürlich gehören auch Bootstouren immer zu einem gelungenen Urlaub am Meer dazu. Ideal für Ferien mit Kindern ist natürlich auch immer die Nähe zu Wasser und Strand – von beidem gibt es auf Rügen reichlich. (dk/oe)
Granitz
Die Granitz ist von jeher der mondänere und exklusivere Teil Rügens. Die im Stil der Bäderarchitektur erbauten Urlaubervillen säumen in den Seebädern Binz und Sellin die Promenaden und Hauptstraßen. Dem Gast werden zahlreiche Straßencafés, Restaurants und Geschäfte geboten. Die nach historischem Vorbild erbaute Selliner Seebrücke lädt Besucher und Einheimische zum Flanieren und Träumen ein. Unvergessen wird Frühaufstehern der Sonnenaufgang auf der Seebrücke bleiben, wenn sich der Feuerball förmlich aus den Fluten erhebt. Unvergleichlich ist auch der lange Sandstrand der Prorer Wiek, der sich über 8 km bis zum Fährhafen Sassnitz auf der Halbinsel Jasmund erstreckt. In Strandnähe findet man auch die imposante ehemalige KdF-Anlage Prora mit einem interessanten Museum für Alt und Jung. In direkter Nähe des Biosphärenreservates Südostrügens breitet sich auf der Granitz einer der größten zusammenhängenden Buchenwälder der Insel aus – ideal für lange, erholsame Spaziergänge. Ein weiterer Höhepunkt – im wahrsten Sinne des Wortes – ist das nach Plänen des berühmten Architekten Karl-Friedrich Schinkel erbaute Jagdschloss, dessen Aussichtsplattform über eine Wendeltreppe zu erreichen ist. Belohnt wird der Aufstieg mit einem herrlichen Ausblick über die gesamte Insel. Heute beherbergt das Schloss ein kleines, aber feines Jagdmuseum. Für Kinder ist übrigens der " Rasende Roland" ein besonderes Highlight. (dk/oe)
Halbinsel Jasmund
Die Halbinsel Jasmund mit der Hafenstadt Sassnitz ist einer der lebhaftesten Flecken Rügens. Die "Königslinie" Sassnitz-Trelleborg verbindet seit über 100 Jahren Deutschland und Schweden, darüber hinaus legen auch viele Frachter und Kreuzfahrtschiffe in einem der beiden Sassnitzer Häfen an. Der einst beschauliche Erholungsort hat sich in den letzten Jahren ziemlich herausgeputzt. So wurde im modernen Stadtkern mit der "Rügen-Galerie" ein neues Kommunikations- und Geschäftszentrum errichtet, aber trotz seines großstädtischen Flairs bleibt Sassnitz weiterhin eine romantische Hafenstadt mit seiner historischen Altstadt, den kleinen Gassen und den vielen geschichtsträchtigen Gebäuden. Auf der Halbinsel findet man auch das wohl berühmteste Stück Rügen: die Kreidefelsen. Neben dem imposanten Königsstuhl gehören die Wissower Klinken zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Insel. Das Gemälde von Caspar David Friedrich hat diese Stelle der Kreidefelsen weltberühmt gemacht und auch heute noch strömen die Besucher an den Ort, wo das Meisterwerk entstanden ist. Das größte Naturschutzgebiet Rügens, die 3000 ha große Stubnitz, befindet sich ebenfalls auf Jasmund. In diesem Waldgebiet ist alles nur auf Wanderwegen zu erreichen – so auch der sagenumwobene Herthasee in den Stubnitzer Wäldern. (dk/oe)
Halbinsel Mönchgut
Eine der urigsten Regionen findet man im Südosten Rügens. Die Halbinsel Mönchsgut ist eine alte Kulturlandschaft – umgeben von Ostsee und Bodden, schieben sich die Landzungen immer wieder weit ins Meer. Auf dem Mönchgut haben traditionelle Bauformen überlebt, insbesondere dasDachdecken mit Reet, da die Fischer und Bauern das Schilfrohr an den Ufern selbst schneiden konnten. Groß Zicker ist das vielleicht schönste Dorf Rügens. Hinter Rohrdachhäusern steht geerntetes Rohr, das auf seine Verarbeitung zum Dachdecken wartet. Auch die kleine gotische Kirche, das älteste Gebäude auf dem Mönchgut, ist einen Besuch wert. Die Bronzeglocke ist aus dem 15. Jahrhundert. Zu den ältesten Ausstattungsstücken jedoch, gehört der 500 Jahre alte Sakramentsschrein aus einem Eichenstamm. Die Ostseebäder Göhren, Thiessow und Baabe laden mit ihren feinen Sandstränden zum Baden ein, aber auch zum Promenieren in den Kuranlagen und auf den Seebrücken. Zahlreiche Veranstaltungen sorgen zudem für Abwechslung. Auch die Freunde kulinarischer Köstlichkeiten kommen auf ihre Kosten. Der frische Fisch, der in den Häfen von Gager oder Thiessow gefangen wird, kann in einemder vielen urigen Landgasthäusern oder Fischkaten gekostet werden. Thiessow ist der südlichste Punkt des Mönchguts. Hier erfährt man Ruhe und Erholung pur, vor allem am kilometerlangen, steinfreien Strand, übrigens ein Eldorado für Surfer. (dk/oe)
Halbinsel Wittow
Der nördlichste Teil Rügens ist zugleich auch der Teil mit dem kräftigsten Wind und der kargsten Landschaft. Aber das sollte niemanden davon abschrecken, die Halbinsel Wittow zu besuchen – im Gegenteil. Denn hier findet der Besucher die Ruhe, um bei langen Spaziergängen oder Fahrradtouren die Hektik des Alltags zu vergessen. Die beiden Leuchttürme des Kap Arkona grüßen schon von weitem ihre Besucher. Sie sind Teil des Flächendenkmals Arkona, das mit der blau-weißen Arkonabahn gestartet werden kann. Daneben kann man sich auch mit der Pferdekutsche, dem Rad oder natürlich auch zu Fuß fortbewegen. Sehenswert sind hier vor allem die Reste der Tempelburg der westslawischen Ranen mit dem hölzernen Standbild des Gottes Swantevit und die Reste der Burg Jaromars, die sich im 12. Jahrhundert den dänischen Eroberern unterwarf. Romantiker sollten das kleine Örtchen Vitt besuchen, ein malerisches Dorf mit 13 reetgedeckten Häusern. Wassersportler locken Wittows kleine, verträumte Häfen an, und auch Golfer – Anfänger wie Könner – kommen auf dem Golfübungsplatz voll auf ihre Kosten. Zu entspannenden Spaziergängen oder spritzigen Badefreuden lädt der feinsandige Strand an der 10 km langen Bucht der Schaabe ein, der die Halbinseln Wittow und Jasmund mit einander verbindet. Liebhaber der deftigen Küche freuen sich auf die alljährlichen "Kohlwochen" im Herbst, wenn Köche auf ganz Rügen mit typischen Gerichten und neuen Kreationen rund um den Wittower Kohl, um die Gunst der Gaumen wetteifern. (dk/oe)
Hiddensee
Das "söte Länneken" ("süße Ländchen") ist Teil des Nationalparks Vorpommerscher Boddenlandschaft. Das Bild der Insel wird nicht nur vom schroffen Steilufer im Norden geprägt, sondern auch von einem einladenden, kilometerlangen Badestrand, und zahlreichen Deichen und Dünen, Küstenwald, Salzwiesen und Trockenrasen. Das Hauptfortbewegungsmittel ist, neben den Pferdekutschen, das Fahrrad. Die Insel ist nämlich autofrei; darin zeigt sich schon, dass hier vor allem die Ruhe zählt. Der größte Ort der Insel, Vitte, hat gerade einmal 600 Einwohner. Und auch die anderen Dörfer verbreiten eine ruhige Gemütlichkeit, die schon Künstler und Prominente wie Albert Einstein, Thomas Mann und Billy Wilder fasziniert haben. Ein oft gehörter Spruch von den Hiddenseern ist: "Bi uns scheint de Sünn öfters as över Land" ("Bei uns scheint die Sonne öfter als auf dem Festland"). Dieser Spruch birgt eine Menge Wahrheit in sich, schließlich scheint die Sonne im Jahr insgesamt etwa 1800 bis 1900 Stunden. Zum Vergleich: In Düsseldorf bringt sie es auf nur 1400 bis 1500 Stunden. Auch was den Regen anbetrifft, kann sich Hiddensee glücklich schätzen: Die Niederschlagsmenge ist deutlich geringer als in anderen Teilen Deutschlands. (dk/oe)
Kinder
Urlaub am Meer ist ideal für Familien mit Kindern. Neben den Strandtätigkeiten wie Schwimmen und Sandburgen bauen, stehen den Kleinen noch viele weitere Möglichkeiten offen.Sehr beeindruckend ist eine Fahrt mit dem Rasenden Roland ebenso wie ein Essen im Restaurant Nautilus in Putbus. Dieses ist dem U-Boot aus Jules Vernes "20000 Meilen unter dem Meer" nachempfunden. Durch die Bullaugen sieht man die Tiefsee und das Essen kommt aus Nemos Kombüse in Mannschafts- und Kapitänsmesse – Erlebnisgastronomie pur. Bei schlechtem Wetter ist der Besuch eines Hallenbades für Kinder ein sehr unterhaltsamer Zeitvertreib. In Prora lockt das "Museum zum Anfassen": Wissenschaft und Technik werden dort nicht nur theoretisch, sondern auch sehr anschaulich präsentiert. Viele der vorgeführten Objekte laden zum Mitmachen und Ausprobieren ein. Eine spielerische Lernerfahrung für die gesamte Familie. Nicht nur für kleine Kinder lohnend ist ein Besuch im Puppenmuseum in Putbus. Dort kann man eine liebevoll zusammengestellte Sammlung von Puppenstuben, Teddybären und Spieluhren betrachten. (dk/oe)
Nord-West-Rügen
Eine Idylle zwischen Bodden und Meer – so wird die Region um die Insel Ummanz und die Orte Gingst, Trent und Schaprode vielfach beschrieben. Neben der Stille und Romantik, präsentiert sich Nord-West-Rügen auch mit einem Hauch von Seeräuber-Nostalgie, denn diese Region war zu slawischer Zeit ein bedeutender Handelsplatz. Lautem Getöse begegnet man in diesem Teil Rügens nur im Frühling und Herbst, wenn die Kraniche auf der Insel Station machen. Seit neuerer Zeit gehört die Zucht von Haflingern auf Ummanz zu den Einnahmequellen; auch der herbstliche "Kranichlauf" ist erst in den letzten Jahren entstanden. Zerstreuung findet der Besucher beim Angeln, Wandern, Baden, Surfen oder bei Bootsausflügen in den Boddengewässern. (dk/oe)
Rügen: Mehr als nur Kreidefelsen und Sandstrände
Rügen – wer denkt da nicht an den berühmten Kreidefelsen am Königsstuhl und an weiße Sandstrände? Doch Deutschlands größte Insel hat weitaus mehr zu bieten als nur Sonne und Strand. Vor allem abseits der ausgetretenen Touristenpfade entdeckt der Besucher das eigentliche, das natürliche und ursprüngliche Rügen – sanfte Hügel und schroffe Steilküste, beschauliche Heide und tosende Herbstsee. Natur pur! Genauso gegensätzlich wie die Landschaft sind auch die Menschen auf Rügen: zurückhaltend, aber herzlich und gastfreundlich. Das Meer war stets ein strenger Lehrmeister und hat die Menschen zu dem geformt, was sie heute sind. Aufrecht, besonnen und mit Sinn für das Miteinander. Daher ist es nicht verwunderlich, dass viele Gäste auch der Menschen wegen immer wieder kommen. Sportfreunde kommen ebenso auf ihre Kosten wie Geschichtsinteressierte, die in Prora den "Koloss von Rügen" als Zeugnis nationalsozialistischen Größenwahns erleben können. Auch für einen abwechslungsreichen Familienurlaub sind die Bedingungen ideal. Kulturell interessierte Besucher können sich auf die zahlreichen Museen der Inseln freuen oder sich von Großstein- und Hügelgräber in vergangene Zeiten entführen lassen. Gotische Kirchen, Schlösser und Herrenhäuser werden liebevoll restauriert und bieten ebenfalls kulturelle Traditionen. (dk/oe)
Rügens Strände
Besonders schöne Strände, die übrigens auch alle sehr geeignet für Kinder sind, findet man an der Nordküste der Halbinsel Wittow von der Krepitzer Heide, am Bakenberg vorbei bis zum Steilufer am Schwarbewald Richtung Kap Arkona. Das Badeparadies Rügens befindet sich aber auf der "Schaabe": eine kilometerlange Düne mit einem breiten, feinkörnigen Strand, der von einem Küstenschutzwald von der Straße abgeschirmt wird. Der Strand ist dabei so flach, dass sich selbst Nichtschwimmer sehr weit ins Meer hinauswagen können. An der Straße gibt es viele Parkmöglichkeiten, aber leider ist das kulinarische Angebot dort ziemlich begrenzt – deshalb empfiehlt sich die Mitnahme eigener Verpflegung. Ein Geheimtipp für Familien mit kleinen Kindern ist die Halbinsel Zudar im äußersten Süden Rügens. An deren Nordspitze, an der Schoritzer Wiek, liegt hinter einer niedrigen Düne ein kleiner, 500 m langer feiner Sandstrand. Bei Sonnenschein ist das Wasser des Boddens schnell warm, da man fast 100 m weit ins Meer hinausgehen kann. Auch für FKK-Anhänger ist auf Rügen gesorgt: An allen Stränden sind FKK-Zonen ausgewiesen. Abgesehen von den Stränden von Binz, Sellin und Göhren, wo strengere Regeln gelten, sind die Grenzen zwischen Textil- und Nacktstrand aber fließend. (dk/oe)
Süd-Rügen
Spektakuläres sucht der Besucher im Süden Rügens vergeblich, aber gerade das macht die Attraktivität dieser Region aus. Selbst im Hochsommer findet man hier noch einsame Ecken, kleine Orte und abgelegene Landgasthöfe abseits des Touristenstroms. Garz, die älteste Stadt Rügens, ist durchaus einen Abstecher wert. Mit einer knapp 700 jährigen Stadtgeschichte, einem rohrgedeckten Pfarrhaus und einer Kirche aus dem 14. Jahrhundert, bietet der Ort Sehenswürdigkeiten für kulturell Interessierte. Auch die Fahrt von Garz nach Putbus ist schon ein Erlebnis für sich. Die Krimlindenallee wird von zahllosen Bäumen gesäumt und man bekommt den Eindruck durch ein grünes Gewölbe zu fahren. Von den vielen Alleen Rügens ist dies wahrscheinlich die schönste. (dk/oe)
Herthasee
Der sagenumwobene Herthasee ist eigentlich eine Hinterlassenschaft der letzten Eiszeit, die einen Toteisblock zurück ließ. Aus diesem entstand später der See. Eigentlich.Der Legende nach soll hier die schöne germanische Göttin Hertha nach ihren anstrengenden Arbeitstagen gebadet haben. Leider ist aber von ihrer Schönheit nur wenig überliefert, denn die Bediensteten, die der Badezeremonie beiwohnen durften, wurden ertränkt. Der Grund dafür war, dass niemand wissen sollte, wie sie wirklich ausgesehen hatte. Heute ist dieser mit Seerosen bedeckte See Teil eines Nationalparks. Man erreicht ihn auf einem wunderschönen, halbstündigen Waldspaziergang. Für diejenigen, die nicht gern zu Fuß gehen wollen, besteht die Möglichkeit, einen Pendelbus von Hagen aus zu benutzen. (dk/oe)
Insel Vilm
Ein nahezu unberührtes Kleinod ist der Insel Rügen vorgelagert: Die Insel Vilm ist ein Paradies für Tier- und Naturfreunde. Auf der 1 qkm kleinen Insel hat es seit 1538 (!) keine wesentlichen Eingriffe gegeben und sie ist damit das wohl kostbarste Stück Natur der Region.Der Besucher findet hier ein Stück "Urwald": 400 Farn- und Blütenpflanzen, Moose und Flechten können hier ungestört gedeihen. Auch für Vögel ist die Insel ein Paradies: zahlreiche Arten können hier ungestört ihre Eier ausbrüten, andere benutzen Vilm als Raststätte auf ihrem Zug gen Süden. Zu DDR-Zeiten wurde die Insel zunächst in den organisierten Tourismus eingegliedert, danach jedoch zum Regierungsreservat erklärt. Erst nach der Wende war das Eiland wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Naturfreunde finden hier alle Küstenformen des Biosphärenreservats: Süd-Ost-Rügen im Miniaturformat. Allerdings dürfen aus Gründen des Naturschutzes nur täglich 30 Personen die Insel mit Führung betreten, dadurch ist eine rechtzeitige Voranmeldung erforderlich. (dk/oe)
Kreidefelsen
Die Kreidefelsen sind das typische Rügen-Bild, das die meisten Besucher vor Augen haben. Auf der Halbinsel Jasmund gelegen, erreichen sie eine Höhe von bis zu 120 m über dem Meer.Der sagenumwobene Königsstuhl ist das eigentliche Wahrzeichen Rügens. Den Namen hat er seiner Funktion als Krönungsstätte zu verdanken - behauptet jedenfalls die Sage. Es wurde nämlich derjenige zum König gekrönt, der es schaffte, von der Seeseite den steilen Felsen zu erklimmen. Auch heute noch - ohne Königswürden - versuchen sich viele an dem Aufstieg. Es geht aber auch bequemer: Über schmale Treppenstufen kann man den Felsen besteigen und die Aussicht auf der 200 qm großen Plattform genießen. Bekannt sind auch die Wissower Klinken, die von dem berühmten Maler Caspar David Friedrich verewigt wurden. Sie liegen ca. 1 Stunde Fußmarsch vom Königsstuhl entfernt. Mit ihren spitzen, bizarren Zinnen sind sie ein weiteres Highlight auf der Halbinsel. Ganz in der Nähe befindet sich die Ernst-Moritz-Arndt-Sicht, von der man eine tolle Aussicht auf die Ostsee hat - kostenlos. Auch an diesen Stellen gibt es immer wieder die Möglichkeit zum Abstieg, allerdings ist dies nur trittfesten Wanderern mit gutem Schuhwerk zu empfehlen. (dk/oe)
Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft
Die westlichen Teile der Insel Rügen und die Insel Hiddensee gehören zum Nationalpark Vorpommerscher Boddenlandschaft. Hier können noch viele seltene Pflanzen und Tiere betrachtet werden.Die Naturschutzgebiete auf der Insel Hiddensee sind nur zum Teil der Öffentlichkeit zugänglich. Das Naturschutzgebiet Dünenheide, im Mittelteil der Insel, ist Heimat vieler selten gewordenen Pflanzenarten, insbesondere dem Sonnentau. Auch Reptilien findet man hier: Neben der harmlosen Ringelnatter gibt es auch einen beträchtlichen Bestand an Kreuzottern, so dass man nicht ohne Schuhe durch das Heidekraut marschieren sollte! Die anderen beiden Naturschutzgebiete Hiddensees sind für Besucher allerdings nicht zu betreten. (dk/oe)
Natur
Rügen besticht neben seinem kulturellen Angebot vor allem durch seine unvergleichliche Natur. Schroffe Kreidefelsen, geheimnisvolle Seen, sanfte Boddenküste, dichte Wälder und scheinbar unberührte Inseln.Aufgrund einer jahrzehntelangen Unzugänglichkeit von Teilen der Insel, konnte sich eine einzigartige Fauna und Flora auf Rügen und Hiddensee etablieren. Auch heute noch sind einige Areale Vogelschutzgebiete und dürfen nicht oder nur eingeschränkt betreten werden, so z.B. die Insel Vilm. Sie ist eingebettet in das Biosphärenreservat Südost-Rügen, in dem man eine sehr vielfältige Natur mit großem Artenreichtum antrifft. Aber auch im "Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft" und dem "Nationalpark Jasmund" kommen Naturfreunde auf ihre Kosten. (dk/oe)
Golf und Minigolf
Golf ist mittlerweile auf dem Weg vom Elite- zu einem Volkssport. Diese Golfwelle hat inzwischen auch die Insel Rügen erfasst.Einen landschaftlich sehr reizvollen Platz findet man am Schloss Karnitz, im Herzen der Insel, unweit von Binz, Sellin und Putbus. Dort kann man, auch als Nicht-Mitglied, preiswert spielen. Die romantische Anlange gehört zu den schönsten in Mecklenburg-Vorpommern. Sie ist eingebettet in sanfte Hügel und Wiesen, und bietet den Spielern, neben dem sportlichen Wettkampf, auch Erholung pur. Sollten Sie Lust haben, das Golfen einmal selbst auszuprobieren, so bietet der örtliche Golfclub Schloss Karnitz e.V. auch dafür Gelegenheit: Von einem Schnupperkurs am Wochenende bis zu einem Kurs zur Vorbereitung der Platzreife, ist für jeden Geschmack etwas dabei. Auch die kleinere Variante des Golfsportes ist auf Rügen vertreten. Es gibt mehrere, sehr gepflegte und fantasievolle Minigolfanlagen, u.a. in Göhren, Neddesitz und Suhrendorf. (dk/oe)
Indoor und Wintersport
Dass man auch auf Rügen die traditionellen Indoorsportarten ausüben kann, mag niemanden verwundern. Dass die Insel auch im Winter ein reizvolles Ziel darstellt, auch nicht. Aber dass darüber hinaus auch noch winterliche Sportarten betrieben werden können, überrascht ein wenig.In der ehemaligen Sporthalle Prora werden vielfältige Freizeitbeschäftigungen angeboten: diverse Ballsportarten, Dart und Flipper. Außerdem kann man Inline-Skates leihen und im Sommer sollte man sich auf keinen Fall die Rolldisco entgehen lassen. Wintersport erwartet man nicht unbedingt an der norddeutschen Küste und schon gar nicht auf einer relativ flachen Insel. Trotzdem ist Rügen auch in der kalten Jahreszeit reizvoll. Neben traumhaften Winterspaziergängen bieten sich genügend Gelegenheiten, sich auf Brettern und Kufen fit zu halten: Eislaufen auf den zugefrorenen, flachen Boddengewässern ist ebenso ein tolles Freizeitvergnügen für Jung und Alt, wie das Rodeln auf der 350 m langen Rodelbahn in Göhren. Dort findet man sogar eine 20 km lange Skilanglaufloipe! (dk/oe)
Radfahren
Nicht nur im Frühjahr und im Herbst, wenn wieder Ruhe auf der Insel einkehrt, wird Rügen ein immer beliebteres Reiseziel für Radler.Abseits der großen Verkehrswege, durch Mischwälder, an Küstenstreifen und Bodden vorbei, lassen sich immer neue reizvolle Aussichten und Sehenswürdigkeiten entdecken. Natürlich kann man sich auch bei einem erfrischenden Bad im Meer abkühlen. Kurzum: Rügen ist zu jeder Jahreszeit ideal, um mit dem Fahrrad erkundet zu werden. Und nebenbei: Es ist eine angenehme Art, das recht schwere Rügener Essen zu verdauen. Aber auch wenn man keinen eigenen Drahtesel mitnehmen kann, besteht die Möglichkeit, in fast allen Orten einen zu mieten. (dk/oe)
Sport
Rügen hält allerlei Sportmöglichkeiten für Gäste und Einheimische bereit. Ob im Sommer oder Winter, draußen oder drinnen, Abenteuer oder etwas ruhiger, klein oder groß, für jeden Sportbegeisterten ist etwas dabei.Neben den für eine Insel obligatorischen Wassersportaktivitäten, erfreuen sich auch Sportarten wie Golf, Reiten und Radfahren zunehmender Beliebtheit. So gibt es sowohl für Golfprofis als auch für Anfänger gut ausgestattete Plätze. Wer es etwas beschaulicher liebt, seinem Körper aber trotzdem etwas Gutes tun will, der kann die Insel auch per Pedes erkunden. Nicht nur die Sehenswürdigkeiten lassen sich erwandern, man findet zwischen Wäldern, Wiesen und Wäldern auch noch viele ruhige und versteckte Stellen. Diejenigen, die statt selbst aktiv zu werden, lieber anderen beim Sport treiben zusehen, denen sei ein Besuch des alljährlichen Sundschwimmens empfohlen. (dk/oe)
Wandern
Rügen ist für Wanderer aller Alters- und Könnensstufen bestens geeignet. Man findet mehrere gut ausgeschilderte Routen mit vielen Sehenswürdigkeiten auch abseits der ausgetretenen Pfade, z.B. zum Kreidefelsen oder dem Koloss von Rügen in Pora.Schöne Wanderstrecken befinden sich um Putbus mit seinen Parks, auf der Halbinsel Mönchgut und von Garz nach Rambin in Süd-Rügen. Die Naturschutzgebiete der Insel sind für Wander- und Naturfreunde ideal. Man findet dort die Ruhe und Erholung, die man sich von einem Wanderurlaub verspricht. Wer zusätzlich zu den sportlichen Betätigungen noch gern ein paar Informationen zu Land und Leuten bekommen möchte, für den werden auch geführte Wanderungen angeboten (dk/oe)
Wassersport
Auf einer Insel spielt sich naturgemäß ein großer Teil des Freizeitangebots auf, im, unter und am Wasser ab.Für die Freunde weißer Sandstrände ist die Insel Rügen das reinste Eldorado. Abgesehen von der Steilküste Jasmunds, wo man übrigens viele Feuersteine findet, eignen sich alle Rügener Küstenabschnitte hervorragend zum Baden. Aber auch außerhalb der heißen Jahreszeit besteht für den wasserbegeisterten Besucher ausreichend Gelegenheit, ins kühle (oder warme) Nass zu springen. Zahlreiche Hotels und Freizeitzentren bieten auch Nicht-Hotelgästen die Möglichkeit ihre Hallenbäder zu nutzen. In diesen finden sich oft auch Saunaanlagen und andere Einrichtungen, die das körperliche Wohlbefinden und die Fitness steigern. Urlauber, die ihre Freizeit lieber auf oder unter Wasser verbringen, werden auf Rügen gleichfalls bestens bedient: Zahlreiche Surf- und Segelschulen sowie Ausleih- und Serviceeinrichtungen sind in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen. Egal ob Anfänger oder Könner, ob auf der tosenden Ostsee oder in den ruhigen, flachen Boddengewässern - für jeden Geschmack ist etwas dabei. (dk/oe)
Essen und Trinken
Rügen ist nicht unbedingt ein Eldorado für Feinschmecker. Seit jeher musste das Essen sättigend und stärkend für die schwer arbeitenden Menschen sein: Schweinebraten, Rotkohl, Gänsekeule.Diese traditionellen Rügener Gerichte finden sich noch heute in den Restaurants der Insel, vor allem aber wird - wie kann es am Meer anders sein - Fisch in allen Variationen serviert. Auf den Rügener Speisplänen finden sich in erster Linie Dorsch, Hecht und Zander - und Aal! Aal grün, Aal in Dill, Aal in Gelee, Aal gedünstet, Aal gebraten, Aal geräuchert, Aal gekocht. Eine Rügener Spezialität ist auch der Fisch aus der Räuchertonne: Am Strand, auf dem Rummelplatz, auf einem Parkplatz, irgendwo findet sich immer ein Anbieter dieser Leckereien. Gegessen wird aus einem Stück Papier, das allerdings nur unzureichend vor Fettfingern schützt. Garniert wird der Fisch mit Mayonnaise, Kräuterbutter, Orangenscheiben, Paprika, Möhren, Gurken - nicht entweder oder, sondern alles zusammen. Fangfrischen Fisch bekommen Einheimische und Besucher in Lauterbach bei Putbus und in Waase auf Ummanz direkt vom Kutter. Besonders für Urlauber in Ferienwohnungen und -häusern, die sich selbst bekochen, ist diese Einkaufsmöglichkeit interessant. Bei den Fischern und den Einheimischen erfahren Besucher auch, wo sich jene Räuchertonnen befinden, in denen der frische Tagesfang langsam seine goldbraune Farbe bekommt. Aber auch wem der Sinn nicht nach Fisch steht, der wird auf Rügen nicht verhungern. Selbstverständlich ist auch die Speisekarte der übrigen Republik auf Rügen zu finden. Getrunken wird Bier - aus Düsseldorf, München und Lübz, schwarz, hell oder mit Limonade. Und weil das Essen bisweilen recht kräftig ist, gibt's zur Rechnung gelegentlich auch einen Schnaps. (dk/oe)
Einkaufen
Wie auf jeder Reise gibt es auch auf Rügen reichlich Gelegenheit, für Freunde und Verwandte ein schönes Andenken zu kaufen. Man muss schon sehr viel Glück haben, um Bernstein - das Gold des Nordens - selbst zu finden. Einfacher ist es da, in einen Schmuckladen in Sassnitz, Göhren oder Sellin zu gehen, in denen ausgewählte Stücke angeboten werden. Manchmal werden Bernsteinketten auch an Schmuckständen verkauft, aber da sollte man vorsichtig sein, besonders wenn man Wert auf ein echtes Stück legt und nicht nur ein hübsches Souvenir erstehen möchte. Auch Produkte aus Keramik gehören zu beliebten Mitbringseln. Diverse Künstler bieten abstrakte und ausgefallene Stücke an. Neben dem reinen Erwerb, bieten einzelne Keramikwerkstätten und Töpfereien auch die Möglichkeit, die Entstehung auf der Töpferscheibe direkt zu beobachten und den Töpfern bei ihrer Arbeit über die Schulter zu schauen. Hiddenseer Goldschmuck ist ein weiteres beliebtes Mitbringsel von einem Rügen-Urlaub. Wenn auch nicht ganz billig, so sind die verkleinerten Wikinger-Goldschmuckstücke typische Rügener Souvenirs. (dk/oe)
Prora
Das KdF (Kraft durch Freude)-Bad Prora ist eines der imposantesten Zeugnisse nationalsozialistischen Größenwahns. Der "Koloss von Rügen", wie er heute genannt wird, wurde ab 1936 gebaut. Ursprünglich sollte er das Urlaubsdomizil für 20.000 (!) KdF-Urlauber werden.Halbfertig, wurde der Bau bei Kriegsbeginn eingestellt. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurde der "Klotz" (Nomen est Omen, so hieß nämlich der Architekt) militärisch genutzt und war für die Öffentlichkeit unzugänglich . Der Bund als Eigentümer, versuchte nach dem Abzug der Bundeswehr das Objekt zu verkaufen - ohne Erfolg. Ein Abriss wurde ebenfalls erwogen, aber die robuste Stahlbetonkonstruktion widerstand schon nach Ende des Krieges Sprengungen der Roten Armee. Der Abriss wäre zu teuer geworden. Der Südteil der Anlage beherbergt seit einigen Jahren verschiedene Museen: neben dem Eisenbahn- und Technikmuseum - eine Attraktion für kleine und große Kinder - befinden sich eine Galerie und das NVA-Museum im Gebäude. Das NVA-Museum ist Teil der "KulturKunststatt Prora", der auch die Ausstellung über die braune Vergangenheit Proras angehört. Auch das Rügen-Museum, sowie ein Wiener Kaffeehaus, gehören zur "KulturKunststatt Prora". In Prora bekommt man zwei bedeutende Epochen deutscher Geschichte sozusagen frei Haus geliefert: die nationalsozialistische und die DDR-Vergangenheit - der "Koloss von Rügen" ist zwar nicht besonders schön, aber eine Fundgrube für alle Geschichtsinteressierten. Der Strand von Prora gehört übrigens zu den schönsten Stränden Rügens. (dk/oe)
Putbus
Durch die grünen Höhlen der Deutschen Alleenstraßen führt der Weg ins "Venedig des Nordens", nach Putbus. Die Residenz wurde von Friedrich Malte zu Putbus erbaut, ein Beispiel klassizistischer Baukunst und Stadtplanung. Zur Residenz gehören Theater, Orangerie, Park, Marstall und Circus - sie fügen sich zu einem einmaligen Ensemble von Architektur und Landschaft zusammen.Europas letzte planmäßig erbaute Residenzstadt würde vielleicht wieder aussehen wie zu Maltes Zeiten, wenn nicht ein jahrelanger Rechtsstreit wesentliche Investitionen verhindert hätte. Ein Nachfahre Maltes hatte Anspruch auf 15000 Hektar angemeldet, erst 1997 wurde zunächst gegen den Erben entschieden. Gegenüber dem Theater liegt der Landschaftspark, in dem man, neben botanischen Seltenheiten, auch ein Freigehege für Rot- und Dammwild findet. Im Marstall findet das jährliche Putbus-Festival statt. Die Orangerie beherbergt interessante Ausstellungen für die Liebhaber moderner Kunst. Auch sportlich interessierte Besucher kommen nicht zu kurz: ein wunderschöner Golfplatz steht auf dem Gelände des Schlosses Karnitz allen Freunden des Golfsports zur Verfügung. (dk/oe)
Rasender Roland
Ein Erlebnis ganz besonderer Art ist eine Fahrt mit dem Rasenden Roland, der für die 25 Kilometer lange Strecke zwischen Göhren und Putbus gut eine Stunde benötigt.Die Dampflok schnauft seit mehr als 100 Jahren zwischen den beiden Orten, wobei es sich um die Reste eines ehedem 97 Kilometer langen Streckennetzes handelt. Man kann sich auf dem Rasenden Roland zum "Ehrenlokführer" oder zum "Ehrenzugführer" ausbilden lassen. Die Ausbildung zum "Ehrenlokführer" beinhaltet, neben theoretischen, auch praktische Unterrichtseinheiten, man erlernt die Handhabung von Dampflokomotiven. Bei der Ausbildung zum "Ehrenzugführer" lernt man den Betriebsalltag der Zugführer der Rügener Kleinbahn kennen. Außerdem werden zahlreiche Sonderfahrten angeboten. So fahren die Rügener ABC-Schützen bei der "Zuckertütenfahrt" zum Schulbeginn, mit dem Rasenden Roland in den Ernst des Lebens. Daneben gibt es auch Fahrten speziell für Fotofreunde oder Fahrten unter dem Motto "Dampfross und Drahtesel". Hier kann man mit dem Rasenden Roland nach Putbus fahren, und dort an einer geführten Radwanderung nach Göhren teilnehmen. (dk/oe)
Schiffsausflug
Für diejenigen, die die Schönheit Rügens von See aus genießen möchten, stehen einige Möglichkeiten offen. Ob eine Fahrt um die Kreideklippen oder ein Ausflug ins benachbarte Ausland - Fahrgastschiffe und ehemalige Fischkutter steuern von den Rügener Häfen aus schwedische, dänische, polnische und lettische Häfen an.Mit den entsprechenden Lizenzen und der nötigen Hochseeerfahrung, kann der Urlauber auch selbst ein Boot oder eine Yacht steuern. Mehrere Unternehmen auf Rügen bieten Hobbyseebären die Möglichkeit, große oder kleine Schiffe zu chartern. Wem die offene See zu gefährlich ist, der kann auch auf den flachen und ruhigen Boddengewässern schippern. Als Abschluss einer Tagestour können Sie dann ganz stilvoll "maritim" in einem Fischgasthof speisen. (dk/oe)
Festivals und Feste
Die Tradition der Feste und Festivals auf Rügen wird seit der Wende wiederbelebt. Auch die Festveranstaltungen auf dem Festland, die z.B. in Stralsund und Greifswald wieder aufleben, gehören zu den Attraktionen für Rügenurlauber.Zu den Höhepunkten der Rügener Festivalsaison zählen die Störtebeker-Festspiele, die von Juni bis August am Strand von Ralswiek statt finden. Erzählt wird die Geschichte des berühmten Rügener Piraten Klaus Störtebekers, der im 14. Jahrhundert an der Küste der Ostsee sein Unwesen trieb. Der kulturelle Höhepunkt der Saison ist das, seit 1992 stattfindende, Putbus-Festival. Bekannt geworden als Rossini-Festival, deckt es nun nicht nur die Werke des italienischen Meisters ab, sondern das gesamte Belcanto-Repertoire. Als sportliches Highlight Rügens hat sich das seit 1965 alljährlich Anfang Juli stattfindende, 2315 Meter lange Sundschwimmen von Altefähr (Insel Rügen) nach Stralsund, herauskristallisiert. An diesem ältesten Langstreckenschwimmwettkampf Deutschlands nehmen ca. 800 bis 1000 Schwimmbegeisterte aus dem In- und Ausland teil. Für die Sicherheit sorgt ein starkes Aufgebot an DLRG-Rettungsbooten und unzähligen "Freunden des Schwimmsports" mit ihren eigenen Booten. Die Veranstaltung ist sehr gut organisiert und wird regelmäßig zu einem Volksfest. Live-Bands, Modenschauen und Strand-Partys mit entsprechender gastronomischer Umrahmung, lassen diesen Tag zu einem echten Erlebnis, nicht nur für die Aktiven, werden. Seit 1991 wird das größte Volksfest Mecklenburg-Vorpommerns wieder gefeiert, es erinnert an die Belagerung Stralsunds durch den schwedischen Feldherrn Wallenstein, im Jahre 1628. Das Fest wurde bis 1943 als Wallensteintag gefeiert, seit 1991 heißt es offiziell "Wallensteinfest". Besucher und Einheimische werden durch den historischen Markt mit Handwerkern wie Seilmacher, Besenbinder und Kiebenhieber ins Jahr 1628 zurückversetzt. Ein Markt mit Jongleuren und Gauklern, sowie raufenden Söldnern, die aus echten Vorderladermusketen schießen, lässt das 17. Jahrhundert wieder lebendig werden. (dk/oe)
Kultursehenswürdigkeiten
Rügen hat nicht zuletzt wegen seiner wechselhaften Geschichte, kulturell viel zu bieten. Aus allen Zeiten sind mehr oder weniger gut erhaltene kulturelle Nachlässe erhalten - schöne wie in Putbus oder "interessante" wie in Prora.Neben einem ausgeprägten Stadtleben in den Seebädern Binz und Sellin locken auch architektonische Leckerbissen wie der "Koloss von Rügen" in Prora, Festivals und Feste, sowie etliche Museen und Ausstellungen. Ein besonderer Genuss ist das klassizistische Putbus mit seinem Park und den Festivals in der Orangerie. In der kälteren Jahreszeit locken zahlreiche Museen Einheimische, wie Besucher und bieten ein reichhaltiges kulturelles Programm. (dk/oe)
Museen und Ausstellungen
Kultur wird auf Rügen großgeschrieben. Zahlreiche Museen, insbesondere in den Seebädern, stehen Kunst- und Kulturfreunden offen.Das Ostseebad Binz bietet z.B. ein umfangreiches Kulturprogramm. Neben zahlreichen Sommerveranstaltungen tragen Museen und Galerien mit Dauerpräsentationen und attraktiven Sonderausstellungen zu einem abwechslungsreichen Urlaub bei. Viele Binzer Hotels bieten Lesungen, klassische Konzerte, Kabarett oder Diavorträge - auch für Nicht-Hotelgäste. Im Fälschermuseum finden sich Meisterwerke der Malerei u.a. Van Goghs "Sonnenblumen" und Gaugins "Südseefrauen". Natürlich darf auch Caspar David Friedrichs Kreidefelsen nicht in der Sammlung fehlen. Sie können den Glasbläsern bei der schweißtreibenden Arbeit zuschauen und die Entstehung feinster Rügener Glasvasen miterleben. Nicht weit von hier finden Sie das neueröffnete Hundemuseum mit interessanten Kuriosa rund um den Hund. Hautnahe Geschichte erlebt man auch im Heimatmuseum Hiddensee. In der alten, 1888 entstandenen Seenotstation in Kloster, erfährt man vom Leben der Einheimischen in Vergangenheit und Gegenwart, von Tradition, Flora, Fauna und dem Schatz der Wikinger. Das wertvollste Exponat des Museums ist eine Nachbildung des berühmten Hiddenseer Goldschmucks, einer Wikingerarbeit aus dem 10. Jahrhundert, die 1872 auf der Insel gefunden wurde - ein Kunststück höchsten Ranges von zeitloser Schönheit. Auch im "Koloss von Rügen" in Prora finden wir zahlreiche Museen. Das "Museum zum Anfassen" ist ebenso ein Anziehungspunkt wie das Eisenbahn & Technik Museum, in dem auf 4000 qm auf einer Freifläche und in einer Armeehalle Oldtimer, zahlreiche Lokomotiven, Rangierloks, Feuerwehrfahrzeuge, Lastwagen, Zugmaschinen, eine Straßenbahn, Modelleisenbahnanlagen und eine Dampfschneeschleuder ausgestellt sind. (dk/oe)